Programme helfen Kinder bilden

Wirtschaftsforum stellt Initiative PASSgenAU vor - Unterstützung bei Lernschwierigkeiten

Jedes Kind soll durchkommen. Keines darf verloren gehen. Das ist das Ziel der Initiative PASSgenAU des Wirtschaftsforums, deren Arbeit am Donnerstagabend in der Hans-Carossa-Grundschule Heining vorgestellt wurde. Lernpaten der Uni, ehrenamtliche Sprachpaten und Studenten als Mentoren helfen Schülern, die Probleme haben. 

"Kinder, die Unterstützung brauchen, gehen uns nicht aus", mit diesem Schlusssatz beschrieb Schulamtsdirektor Heinz Fuchs das Programm "PASSgenAU". Als Projektleiter moderierte er ein "Jetzt red i" im Anschluss an ein Dankeschön-Programm für die Sponsoren. Die Sprachpaten des Vereins "Gemeinsam Leben und Lernen in Europa" um Geschäftsführerin Perdita Wingerter, die Mentoren von Rock Your Life und die Lernpaten der Uni Passau zeigten anschaulich, wie sie Schüler individuell fördern. Dabei geht es um Kinder aus schwierigen Verhältnissen oder um Migranten-Kinder. Lehrer kennen Familien, die bereits seit Generationen nicht auf die Beine kommen, weil sie im Schulalltag nicht zurechtkommen – und zu Hause nicht unterstützt werden können. Diesen Teufelskreis wollen die Beteiligten verhindern. Studenten des Mentoring Programms nehmen sich ihrer an. Sie verbringen zum Beispiel Freizeit mit den Kindern oder Jugendlichen oder helfen bei der Suche nach einem Praktikumsplatz oder bei der Bewerbung.

Die ehrenamtlichen Sprachpaten von "Gemeinsam Leben und Lernen in Europa" wiederum nehmen sich vor allem Kindern an, die kein Deutsch können. Diese Unterstützung ist wichtig, weil es die einzelnen Klassen im Unterrichtsalltag sehr beeinträchtigt und die Migranten schnell den Anschluss schaffen sollen. "Wir haben 39 Prozent Migrantenanteil", berichtete die Rektorin und Gastgeberin Barbara Müller.

Um "Deutsch als Fremdsprache" kümmern sich auch die Lehramtsstudenten, die der Lehrstuhl Pädagogik der Universität Passau für PASSgenAU aussucht und speziell vorbereitet. Bei Lernproblemen einzelner Schüler kann die Schule die Paten zusätzlich hinzuholen, die diesen dann individuell Nachhilfe geben. 100 Sprachpaten seien derzeit an 40 Schulen der Region im Einsatz.

Dass Eltern für dieses nicht-staatliche Zusatzangebot nicht extra zahlen müssen, ist das Verdienst des Wirtschaftsforums, das es immer wieder schafft, Spenden und Fördermittel aufzutreiben. Zu den Geldgebern zählen Stadt und Landkreis Passau. Ziel der Förderung sei, dass auch Kinder mit Lernschwierigkeiten die Ausbildungsreife erreichen können, unterstrich Günter Schober, der stellvertretende Vorsitzende des Wirtschaftsforums. "Kein Kind darf verloren gehen", lautet der Grundsatz. Regionalmanagerin Heidemarie Bartl führte durchs Programm, das Kinder der Heininger Grundschüler mit Theater und Musikstücken auflockerten.

Dass in einem Land wie Bayern, in dem die Bedeutung der Bildung allseits betont werde, für diese notwendige Förderung gebettelt werden müsse, sei kein Ruhmesblatt, kritisierte stellvertretender Landrat Klaus Jeggle.

 

 

Bericht Sandra Hatz, publiziert in der Passauer Neuen Presse vom 16.04.2016

Die Lehr- Lernwerkstatt für die Lern- und Sprachpaten am Lehrstuhl für Schulpädagogik wird unterstützt von:

 

 

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